Heute zeichnen
September 13th, 2011 • Aktivismus, DigitalLife • 2 comments
Wir haben nur noch 14 Stunden 38 Stunden Zeit1 und es fehlen noch knapp 20 000 Unterschriften. Für die Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung beim Deutschen Bundestag müssen heute noch 50 000 Unterschriften zusammen kommen. Dann muss es zu einer Anhörung vor dem Petitionsausschuss kommen. Ein Erfolg der Aktion ist dann ein weiteres wichtiges Zeichen an Parlament und Regierung. Und die hat auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts große Lust, im Rahmen der Möglichkeiten Verbindungsstaaten von den Providern speichern zu speichern.
Stattdessen möge der Deutsche Bundestag doch bitte „beschließen, dass die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig ist. Darüber hinaus möge er die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie und für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen.„
Was man aus diesen Vorratsdaten herauslesen kann haben Michael Kreil und die Zeit mit dem Datensatz des grünen Bundestagsabgeordnen Malte Spitz gezeigt. Vorräte speichern darf nur der Hamster, also zeichne mit!
- Zwei Anmerkungen (14.09.2011): Irgendwer hat sich verrechnet, darum haben wir jetzt noch einen Tag mehr Zeit. 4806 Unterschriften in zwölfeinhalb Stunden sind zu schaffen, wenn alle noch mal ihre Kontexte mobilisieren. Die Petition läuft heute Abend noch nicht aus, sondern insgesamt noch bis in den Oktober. Eine Anhörung muss es aber geben, wenn sich bis heute Abend 50 000 Zeichner_innen finden. [↩]
Erstens: Yes Men
September 29th, 2010 • Aktivismus, Bewegtbild, Oekonomie, Politik • No comments
Ich bin dieser Tage mal dazu gekommen, zwei Dokus anzusehen, die schon länger auf meiner Festplatte lagen. Dann sind noch ein paar andere Sachen dazu gekommen. Bevor ich die alle in einen Post packe, kommt das jetzt Stück für Stück.
Für andere Nachzügler_innen sei an dieser Stelle The Yes Men Fix The World empfohlen, eine Doku über die Aktivistengruppe, die politischen Aktivismus á la Adbusting auf die Spitze treiben. Der Film steht unter einer freien Lizenz.
Kaufkraftbindung gleich Aufenthaltsqualität
October 30th, 2009 • Aktivismus, Hamburg, Oekonomie • No comments
BewohnerInnen Altonas haben einen Offenen Brief an den IKEA-Gründer Ingvar Kamprad geschrieben. Darin formulieren sie sehr anschaulich, worin das Problem der politischen Definitionsmacht einer lebenswerten Stadt liegt, über das hier im Blog auch schon diskutiert wurde.
Zunächst mal ein Rat: Glaub unseren Politikern kein Wort! Diese Menschen haben eine gestörte Wahrnehmung von der Wirklichkeit in unserem Viertel. Sie halten das Frappant-Gebäude, das du für dein Möbelhaus abreißen möchtest, für einen „Schandfleck“. Das stimmt aber nicht. Im Frappant arbeiten über hundert Künstler, Theaterleute und Musiker. Wir haben dort in den letzten Jahre großartige Parties gefeiert und jede Menge spitzenmäßige Konzerte und Ausstellungen gesehen, mit kaum Geld und viel Einsatz aus dem Boden gestampft. Das ist unseren Politikern aber nicht nur herzlich egal, sie machen den angeblichen „Schandfleck“ auch noch dafür verantwortlich, dass die angrenzende Fußgängerzone „unattraktiv“ sei. Schon vor Jahren haben sie per Expertise feststellen lassen, dass es ihr an „Aufenthaltsqualität“ fehle, dass sie „unbelebt und ungastlich“ sei. Sie behaupten dort, dass unsere Flaniermeile „nicht mehr die Funktion eines Bezirkszentrums sowie eines wichtigen Zentrums für das öffentliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben einnimmt.“ Wie gesagt, Ingvar, glaub ihnen kein Wort! Setz dich an einem beliebigen Sommernachmittag ins Eiscafé Filippi oder vor Dat Backhus und du wirst mit eigenen Augen feststellen: Jede x-beliebige deutsche Kleinstadt würde sich die Finger lecken nach so viel Leben. Jede Menge Leute sind hier unterwegs, Normalos und Freaks mit und ohne Kopftuch, Punk und Alkis mit und ohne Hunden, Opis und Omis, Kinder und Jugendliche.
Tatsächlich meinen unsere Politiker auch garnicht „Leben“. Was sie meinen, steht in ihrer Expertise: „Der Funktionsverlust – insbesondere der Großen Bergstraße – manifestiert sich in einer anhaltend sinkenden Kaufkraftbindung.“ Klingt kompliziert, ist aber eine ganz einfache Logik: Es kann noch so viel auf der Straße los sein – wenn nicht genug verkauft wird, behaupten sie, es gäbe dort kein „Leben“. Lächerlich, nicht wahr? Aber so geht eben die Standortlogik neoliberaler Politik: Nur wo ordentlich abgemolken wird, ist es schön. Alles andere ist hässlich.
Der vollständigen Protestbrief gegen den geplanten Bau einer IKEA-Filiale in der Großen Bergstraße kann auf www.wirsindwoanders.de gelesen und unterzeichnet werden (via Gentrification Blog).
Recht auf Stadt
September 15th, 2009 • Aktivismus, Hamburg, Oekonomie • No comments
Schamoni: Wobei ich mich frage: Ist die Hafencity nicht die Lösung für uns? Ist das nicht das, was wir immer wollten? Wir brauchen so einen Magneten, so einen Arschlochmagneten. Das Gelände ist groß genug, um einen großen Teil dieser Arschlöcher dorthin auszulagern; diesen Leuten ist es in der Gegend, wo wir befürchten, daß sie uns plattmachen, auf Dauer doch sowieso nicht wirklich angenehm. Da ist immer noch Kotze vor der Tür oder Hundescheiße. Wenn die Hafencity fertig ist, können die da alle rüberziehen, da passen wirklich Zehntausende von denen rein. Wir kriegen unsere Paläste hier, und die haben ihre wunderbaren Hütten da drüben.
Aus aktuellem Anlass – dem zweiten Schanzenviertelfest 2009 – hat die Konkret ein Gespräch mit Rocko Schamoni und Christoph Schäfer über Gentrifizierung und Hamburg online gestellt, das in der Augustausgabe veröffentlicht wurde: „Die Kämpfe um urbane Räume werden noch lange weitergehen“.
Die Netzbewegung auf der Straße
September 11th, 2009 • Aktivismus, DigitalLife, Politik • No comments
Freiheit statt Angst! Am Samstag wird in Berlin gegen Überwachsungwahn und für die Gewährleistung der Meinungsfreiheit und des freien Meinungs– und Informationsaustauschs über das Internet demonstriert. Informiert euch beim AK Vorratsdatenspeicherung über die Hintergründe und das breite Bündnis, dass zu dieser Demonstration aufruft. Bei Netzpolitik erfahrt ihr, wie das Wetter bei der „größten Bürgerrechtsdemo aller Zeiten“ werden soll und mehr über das, was am Samstag geplant ist. Aus der Pressemappe:
Der Respekt vor der Privatsphäre ist ein wichtiger Teil unserer menschlichen Würde, beruflich wie privat. Diese Privatsphäre wird in einer Zeit der zunehmenden Überwachung immer stärker beschnitten. Beschäftigte werden in ihrem Arbeitsumfeld, teilweise auch in ihrem Privatleben überwacht. Zugleich registrieren, überwachen und kontrollieren uns staatliche Stellen bei immer mehr Gelegenheiten. Der daraus resultierende Mangel an Privatsphäre und Vertraulichkeit gefährdet unsere Gesellschaft und untergräbt unsere Freiheit. Die Demonstration „Freiheit statt Angst“ wendet sich gegen diese Entwicklungen und muss dieses Jahr nun schon zum dritten Mal stattfinden. Im letzten Jahr brachten mehrere zehntausend Menschen in Berlin ihren Protest zum Ausdruck.
Und zu Weihnachten verschenken wir dann „Angriff auf die Freiheit“ von Julie Zeh und Ilika Trojanow, um noch mehr Leute für das Thema zu sensibilisieren. Ein Interview mit den beiden könnt ihr bei Spreeblick lesen. Wir sehen uns am Samstag, 12. September 2009, 15 Uhr, Potsdamer Platz.
Gängeviertel
August 25th, 2009 • Aktivismus, Hamburg, Politik • No comments
Gestern Abend war ich in den letzten Überresten des Hamburger Gängeviertels, wo Künstler_innen mit einer Besetzung gegen den Abriss protestieren. Hintergrundinfos gibt es auf gaengeviertel.info, den aktuellen Stand der Entwicklung erfahrt ihr ebenfalls dort, oder auf twitter. Oder besucht das Gängeviertel, sprecht mit den Leuten und schaut euch die Exponate in der kleinen Ausstellung über das Viertel an.
Freiheit statt Angst
July 17th, 2009 • Aktivismus, DigitalLife, Politik • No comments
Für den 12. September ist in Berlin eine Großdemo geplant, bei der es um digitale Bürgerrechte gehen wird. Unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ werden hoffentlich viele Leute auf die Straße gehen, um gegen Überwachung und konkrete politische Entscheidungen wie die Vorratsdatenspeicherung oder das Zugangserschwerungsgesetz aka Zensurinfrastruktur zu protestieren. Alexander Svensson hat einen hervorragenden Trailer zur Demo produziert, der unter einer CC-by-nc-sa Lizenz steht.
Freiheit statt Angst – der Trailer auf Vimeo
Ich frage mich immer mal wieder, ob ich es problematisch finde, dass es in dieser Bewegung so gar nicht um strukturelle Machtverhältnisse geht. Einerseits wird mit Schlagwörtern wie Generation 64 ein heterogenes Wir konstruiert, dass sich nicht darum kümmert, von welcher Position aus Leute sprechen und wie sie gesellschaftlich verortet sind. Die Dringlichkeit des Kampfes um digitale Bürgerrechte mag sich relativieren, wenn man die Situation von strukturell depriviligierten Personen in den Blick nimmt. Andererseits ist es klar, dass es einer Demo immer um ein bestimmtes Thema geht – bei der Piratenpartei sehe ich die Fokussierung auf wenige, konsensfähige Themen wesentlich kritischer. Und schließlich geht es bei den netzpolitischen Kämpfen um das Verhältnis von Bürger_in und Staat entlang der Linien Sicherheit und Freiheit, und deshalb fände ich es spannend, wenn sich politisierten Digitalen auch anderen Themen zuwenden würden – mit der Diskussion um das Grundeinkommen vor einiger Zeit ist das ja schon in Ansätzen geschehen.
Bewegungsfeminismus heute? Tagung in Marburg
July 1st, 2009 • Aktivismus, Feminismus, Medien, Oekonomie, Queer • No comments
Nächste Woche findet in Marburg eine Tagung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des feministischen Archivs statt, bei der ich auch zugegen sein werde.
Tagung: „Aufbrüche — feministische Aktion_en„
9./10. Juli 2009 in Marburg
das „…erste und einzige feministische Archiv in Marburg“ wird 20 Jahre! Anlass genug zum Feiern, Reflektieren und Diskutieren. Was, wer, wie ist Feminismus heute? Wo positionieren wir uns? Was bedeutet es heute Feministin zu sein? Viele der feministischen Vorkämpfer_innen der 70er und 80er Jahre sprechen der Bewegung heute jeglichen Fortschritt ab. Junge Frauen sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht aktiv zu sein und feministische Ideale zu verraten. Auf der anderen Seite präsentieren sich uns in den Medien die „Alpha-Mädchen“ der neue „F-Klasse“ (Thea Dorn), eine kleine weiße Oberschicht erfolgreicher Frauen, die das Wort Feminismus nicht mal mehr in den Mund nehmen wollen.Feminismus ist aktueller den je – und damit auch der Streit darüber
Ziel der Tagung soll sein, aufzuzeigen, wo heute etwas passiert, wo (junge) feministische Frauen* aktiv sind, welche neuen Aktions– und Organisationsformen es gibt und welche Rolle Medien für Organisation und Wahrnehmung einnehmen. Wo und mit welchen Ansprüchen positionieren sich heute Feminist_innen? Welche Formen des Aktionismus gibt es und wollen gelebt werden? Wie gehen wir mit den neuen Ansätzen und Meinungen um? Was stellt Feminismus inhaltlich dar, was ist längst überholt? Wo verlaufen Abgrenzungen und Konfliktlinien innerhalb der Bewegung? Gibt es eine Bewegung? Wie sehr ist Feminismus/die feministische Bewegung noch in der Gesellschaft verankert? Was ist Fortschritt, was Rückschritt?
Diesen und anderen Fragen wolle wir nachgehen mit einer Tagung des Feministischen Archivs Marburg in Zusammenarbeit mit dem Referat für Geschlechterpolitik des AStA Marburg, gender trouble (feministische frauenlesbenliste (FFLL) und dem Café trauma im g-werk.Am 9. / 10. Juli 2009
im: Café Trauma im G-Werk, MarburgSonja Eismann macht am Donnerstag den 9. Juli den Anfang. Eismann ist Journalistin, Mitherausgeberin des Missy Magazin und schreibt für feministische Medien wie die an.schläge oder nylon. In Marburg referiert sie über „Feministische Medien und Popfeminismus“. Am Freitag den 10. Juli geht es weiter mit Kathrin Ganz und Do Gerbig, die sich mit „Queer-feministischer Ökonomiekritik“ auseinandersetzen. Nach der Theorie kommt die Praxis: Der Workshop „Grrrl Zines und Krachmacher-Kleider. Wenn Texte und Textilien zum Sprachrohr werden“ von Stephanie Müller zeigt am Freitag Mittag ganz konkret wie feministische Aktion heute aussehen kann. Abschließend zeichnet Melanie Groß in ihrem Vortrag „Geschlecht und Widerstand im third wave feminism“ um 17.30 Uhr verschiedene Widerstandsbewegungen und Protestkulturen nach, wobei sie widersprüchliche Positionen als bereichernde Stärke innerhalb der dritten feministischen Welle begreift.
Der Feminismus ist nicht tot; er muss gefeiert werden! z.B. mit der abschließenden queer-feministischen Party am Freitag, inklusive Konzert von EX BEST FRIEND [GrrrrlPunk, Berlin].Mehr Infos zu Programm, Referent_innen und Konzeption gibt’s hier:
www.feministischeaufbrueche.blogsport.de
Ich hoffe, die Veranstaltung ist trotz der harten Konkurenz in Berlin gut besucht und freue mich schon auf mein erstes Mal in Marburg.
Geert Lovink in Hamburg
June 17th, 2009 • Aktivismus, DigitalLife, Hamburg, Politik • 1 comment
Im Rahmen des FSKolleg spricht der Netztheoretiker Geert Lovink am Donnerstag in der Uni Hamburg. Es wird um Vernetzungsstrategien durch das Web 2.0 gehen. Ich bin gespannt, ob der kleine Hörsaal F im Philosophenturm ausreichen wird. Früh da sein lohnt sich bestimmt.
Jenseits der taktischen Medien und des Web 2.0: Vernetzungsstrategien in Krisenzeiten
Donnerstag, 18. Juni, 18 Uhr
Universität Hamburg, Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal FHat es gerade in diesen Zeiten einen Sinn intensiv von den sogenannten sozialen Netzwerken im Web Gebrauch zu machen? Oder wäre es angesagt, Netze und Vernetzung als solche zu kritisieren? Bieten Facebook und StudiVZ eine Möglichkeit zur sozialen Mobilisierung? Was sind die heutigen Webstrategien von Künstlern und Medienaktivisten? Welche Alternativen werden derzeit als Antwort auf Kommerzplatformen entwickelt?
Morgen Vorpremiere Live@Work von und mit Monkeydick Productions
June 17th, 2009 • Aktivismus, Bewegtbild, gp, Hamburg, Oekonomie • No comments
Sehr geehrte Leser_in,
untenstehende Einladung von Frau Dr. Friedel Monkeydick leite ich gerne an Sie weiter.
Herzlichst,
Kathrin Ganz
Sehr geehrte Unternehmerinnen,
sehr geehrte Unternehmer,
begleiten Sie die Delegation von Monkeydick Productions auf ihrem Weg in unsere Kulturhauptstadt 2009! Seien Sie dabei, wenn der Monkeydick Messeauftritt die Linzer Subversivmesse rockt!
EINLADUNG ZUR VORPREMIERE:
LIFE@WORK (D 2009)
Mittwoch den 17.06.2009im Nachtspeicher 23, Lindenstraße 23, 20099 Hamburg (St. Georg)
Doors open: 19.30h
Im Anschluss an die Filmvorführung bietet der *During Work Club* die Möglichkeit, in privat ungezwungener Atmosphäre zur Musik von DKI Monkeydick mit MitarbeiterInnen der Familie ins Gespräch zu kommen.
Wir freuen uns auf Sie!
Mit freundlichen Grüßen Ihre
Dr. Friedel Monkeydick
CEO — organization and ostentation






