I want it, and I want it now

Bei einem Interview ein Smartphone auf den Tisch legen. Die App starten. Es wird ein Audiomitschnitt des Interviews aufgenommen und die Spracherkennungssoftware fertigt zugleich ein Rohtranskript an. Die Wissenschaftlerin kann das Transkript dann später anhand der Aufzeichnung überarbeiten.

Übrigens werde ich immer total ungeduldig und quengelig, wenn ich etwas von Hand zu Fuß machen muss, dessen technische Vereinfachung auf der Hand liegt.

Das Böse erkennen

Ich sitze im Zug und schaue mir die letzte Folge der Millenium Trilogie an. Kinder im Grundschulalter laufen vorbei und schauen neugierig auf den Bildschirm. Lisbeth Salander sitzt in voller Montur vor Gericht. Das eine Kind sagt zum anderen: „Da war eben eine Böse“.

Mehr Überfluss für die Bahn

Hitzechaos. Kaum ist die WM vorbei, ist schon wieder ein Ausnahmezustand in Schland. Thema Nummer Eins sind in diesem Zusammenhang die Klimaanlagen der Bahn. Es ist einer meiner pet peeves, wenn sich Leute darüber Beschweren, dass Anschlusszüge nicht warten oder dass man im ICE die Fenster nicht öffnen kann. Mir kommt es immer so vor, als würden Leute davon ausgehen, dass jeder mit gesundem Menschenverstand ganz klar durchblicken würde, wie „man“ alles besser machen kann. Nur die Bahn nicht, die ist unfähig.

Es ist aber nicht erträglich bei 50°C für mehrere Stunden im Zug zu sitzen oder wegen ausfallendem Nachtzug eine Nacht bei Minusgraden am Bahnhof zu verbringen, wie es mir diesen Winter ergangen ist. Was steckt hinter der „Unfähigkeit“? Wird die Ingenieursleistung von Siemens ihrem Ruf nicht gerecht? Liegt es an Rationalisierungen und Einsparungen? Bei Zeit Online las ich heute einen Artikel von Annette Koch (dpa), der auf diese Frage eingeht.

Insider der Bahn führen die Ausfälle auf Wartungsprobleme zurück. In den Werkstätten fehle durch die Sparvorgaben der vergangenen Jahre das Personal. Zudem sind die Mitarbeiter durch außerplanmäßige Kontrollen, die vorgenommen werden müssen, um nach einem Achsenbruch die Sicherheit zu gewährleisten, extrem eingespannt. Die Bahn weist die Vorwürfe offiziell zurück, hat aber auch keine andere Erklärung für die Ausfälle der Klimaanlage.

Sehr anschaulich beschreibt eine Stelle in einem Artikel von Michael Bauchmüller gestern in der SZ den Zusammenhang von Einsparungen und ausfallender Technik bei der Berliner S-Bahn:

Aber ein komplexes System wird anfällig für Fehler auch da, wo es keiner vermutet. Beispiel S-Bahn Berlin: Die neueren Wagen verfügen über modernste Technik, die aber empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert — weswegen es in den Führerständen inzwischen Klimaanlagen gibt. Nur hat die Bahn zwischenzeitlich auf vielen Bahnhöfen das Personal abgebaut, das die Züge abfertigte, aus Kostengründen. Die Folge: An jedem Bahnhof muss der Fahrer seine Tür öffnen, um seinen S-Bahn-Zug selbst abzufertigen — und die Temperatur im Führerhaus steigt. Nicht alle Wagen verkraften das, einige haben einstweilen hitzefrei. In den verbleibenden Zügen wird es dagegen enger.

Solche Beispiele finde ich sehr aufschlussreich, denn die Erzählung stützt meine Überlegung, dass enggetaktete, komplexe Systeme (oder vielleicht besser: Akteur-Netzwerke) wie die Bahn mit ihren vielen Zügen, Bahnhöfen, Strecken, Mitarbeiter_innen, Klimaanlagen, Fahrgästen und der ganzen Kommunikation zwischen diesen einzelnen Elementen nicht auf der effizienzoptimierten Basis des Postfordismus laufen können. Sie brauchen Redundanz, müssen gut verteilt sein. Denn ohne ein gewisses Maß an überflüssiger Kapazitäten gibt es Kettenreaktionen, wenn an einem oder mehreren Orten einzelne oder mehrere Teile ausfallen. Dann wird es heiß oder Züge fallen aus, und alle meckern wieder über die Unfähigkeit des Gesamtapparats Bahn, blenden dabei aber die politische Frage danach aus, welche und wie viele Akteure es braucht, damit das Netzwerk funktioniert.

Digitale und analoge Überforderung

Ich komme gerade aus der Unibibliothek mit Schirrmachers „Payback“ in der Hand, steige in den Aufzug in den 8. Stock und beginne ein bisschen zu lesen. Wie üblich hält der Aufzug auf fast jeder Etage. So komme ich ein paar Seiten weit und erfahre, dass sich Schirrmacher von den digitalen Medien, dem Internet und den ganzen Gerätschaften überfordert fühlt. Sein Kopf kommt nicht mehr mit. „Nicht mehr lange, und ich könnte Ehrenmitglied jener wachsenden Gruppe von Japanern werden, die nicht nur systematisch ihre U-Bahn-Station verpassen, sondern mittlerweile auch immer häufiger vergessen, wie die Station überhaupt heißt, an der sie aussteigen müssen.“ Der Aufzug hält im siebten Stock und ist leer. Ich schaue auf die Anzeige und sehe: Es hat niemand auf die Taste 8 gedrückt. Der Aufzug fährt nach unten.

Ein Zimmer in Bremen

Ab Juni werde ich auf einer halben Stelle an der Uni Bremen arbeiten. Ich bleibe in Hamburg wohnen, weil ich Hamburg mag und die Stelle befristet ist. Aber drei Mal pro Woche pendeln ist teuer und anstrengend. Darum suche ich jetzt ein Zimmer in Bremen, in dem ich zwei, vielleicht auch mal drei Nächte die Woche schlafen kann. Ich suche:

  • ein WG-Zimmer für unter 200 Euro incl. (Warmmiete, DSL …)
  • die Uni ist mit dem Fahrrad erreichbar
  • die Mitbewohner_innen finden es ok, dass ich nicht oft da bin
  • klein kann das Zimmer ruhig sein
  • sehr gerne möbliert
  • Zwischenmiete bis Ende des Jahres finde ich auch super

Sehr schön wäre auch ein Arrangement mit einer WG, die ein Gästezimmer hat, dass sie für zwei Nächte pro Woche (voraussichtlich Mo-Di-Mi) fest an mich vermietet. Oder es findet sich eine Person, die in Bremen lebt, ebenfalls pendelt und ihr Zimmer an diesen Tagen an mich vermietet. Je günstiger, desto besser, denn ich habe ja auch noch ein Zimmer in Hamburg zu unterhalten :)
Wenn ihr i heart digital life lest wisst ihr ja, für was ich mich so interessiere. In Hinblick auf Zusammenwohnen ist es vielleicht noch gut zu wissen, dass ich relativ ordentlich bin, aber sehr entspannt mit anderen Ordnungsvorstellungen umgehe. Wenn ihr was wisst, erreicht ihr mich am besten per Mail: mail {at} iheartdigitallife {punkt} de — Tipps zur Wohnungssuche in Bremen auch gerne in die Kommentare posten. Thx!

Angst vor Asche


Eyjafjallajökull at 15.10 GMT 17/4/2010
by Sverrir Thor, creative commons by-nc-nd 2.0

Heute morgen habe ich in der S-Bahn den Stern gefunden. Ich betrachtete gerade das Foto von der Aschewolke über dem Eyjafjallajökull auf dem Cover, als eine ältere Frau mich ansprach: „Schrecklich! So viel Asche, nicht?“ – „Ja, das sieht schon bombastisch aus.“ – „Da kriegt man gleich Angst!“

Angst vor der Aschewolke? Sie scheint in einer anderen Medienwelt zu leben.

Typische Fraueneinstellung

Da stehe ich gerade mit einer Freundin vor der Tür unseres TU-Gebäudes und wir unterhalten uns über meinen Plan, eine Digitalknipse zu kaufen. Sie erzählt von der Kamera ihres Sohnes, deren Menüführung nicht die durchdachteste ist: „Die macht schon gute Fotos, wenn die Einstellungen zufällig gerade stimmen.“

Ein Typ, der mit uns vor der Tür steht, und der sich bereits mit einem Kichern über meine Bemerkung, dass das iPhone super Fotos macht, wenn es hell ist, bemerkbar gemacht hat, geht an uns vorbei ins Gebäude und sagt: „Typische Fraueneinstellung: Wenn die Einstellung stimmt, ist es gut, haha!“


xkcd #385

Und ich so: „Das blog ich gleich mal :)“

Vier Lifehacks gegen die Kälte

Ich schreibe übers Wetter. Warum auch nicht, ich rede ja auch den ganzen Tag darüber, dass es so unglaublich kalt ist. Heute zum Beispiel –8° C, und gestern –10° C. Noch unglaublicher: Der Windchill! –15° C.

Pro-Tipps gegen das Kälteempfinden — die Kälte selbst geht davon ja nicht weg:

  • Die alte Snowboardjacke: Sieht zwar scheiße aus und ich war damals auch nicht Boarden mit den coole Kids, sondern beim Langlauf mit den Eltern, aber: sie passt noch und die Tasche vorm Bauch fasst einen Großteil der Einkäufe. Man soll Gemüse ja nicht diesen Temperaturen aussetzen. Think about doing it kangaroo style.
  • Warmer Saft: Johannesbeersaft mit Zitronensaft gemischt schmeckt heiß sehr lecker und man bekommt kein Weihnachtsflashback wie von Glühwein.
  • Warme Suppe: Ein Klassiker. Ebenso Ingwertee
  • Taschenwärmer: Auch Du hast die Dinger vermutlich irgendwo rumfliegen. Auch Du wirst beim nächsten Ausmisten überlegen, ob die nicht mal rausfliegen sollten. Aber jetzt, genau jetzt ist die Zeit, sie zu benutzen.

Nudelsuppe (Foto):

  • 1 Bund Suppengemüse stiffteln und in
  • 2 El Öl andünsten. Mit
  • 2 Liter Gemüsebrühe kochen und mit
  • Sojasauce und Chilli nach Geschmack würzen.
  • Mi-Nudeln in gesalzenem Wasser kochen.
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und in die Suppe geben.
  • Nudeln in eine Schale geben, mit der Suppe auffüllen und 2 Scheiben Mandel-Nuss-Tofu/Räuchertofu oder ähnliches drauflegen.

Pro-Tipp fürs Leben

when the drama lama spits at you - spit right back

Die neue Lebensweisheit meiner Mitbewohnerin.

Weil es so früh ist

Clocky hat mir heute morgen gute Dienste geleistet, indem er einmal quer durch mein Zimmer gerollt ist, und sich fiepend beim Bücherregal niedergelassen hat. Als ich den rollenden Wecker vor ein paar Jahren im Netz entdeckte, war er hier zu Lande schwer zu bekommen. Heute gibt es das fiese Ding, das atonal klingelt und wegrollt, überall im Netz zu kaufen, und in der Susannenstraße sah ich neulich eine Clocky-Variante im Schaufenster.

« Older Entries

@ihdl auf twitter

  • RT @femfreq: I received an email from a parent who showed her daughters my LEGO & Gender video & now they're always pointing out sexism ... 5 hours ago
  • der sonnenaufgang "spree megaperls" ist morgen um 6:45 uhr 6 hours ago
  • das ist ja auch ökonomisierung at its's best: den namen eines wetterereignisses (ver-)kaufen 6 hours ago
  • RT @AndreasSchepers: Was für eine PR-Panne: BMW kauft für 299 EUR den Namen "Cooper" für ein Hoch, das hunderte Menschen tötet: http://t ... 6 hours ago
  • wie kann ich diese digitalen konditoren gegen mich aufbringen? habe lust auf #torte 14 hours ago

Nrrrdz Podcast

logo des nrrrdz podcast
Nrrrdz Podcast: queer-feministisches Nerden. Internet, Netzkultur Gadgets und Technik mit @maj und @ihdl.

Podcast Feed abonnieren.
via iTunes Store.

nrrrdz flattern

thx :) Flattr this

i heart digital life flattern

thx :) Flattr this

creative commons

hatr.org: troll collect
re:publica 12