Menstruation Machine
January 23rd, 2011 • Feminismus, Körper, Kunst, Make • 6 comments
Wir leben jetzt ja wieder in der Zukunft, heißt es. Fancy Technik hier, dystopischer Cyberwar da. Vielleicht bauen wir uns die Raumschiffe einfach selbst. Einwand: Erstens ist die Zukunft demnächst und zweitens wäre da noch diese Frage: „It’s 2010, so why are humans still menstruating?“

Hiromi Ozakis Menstruation Machine simuliert das Bluten bei der Menstruation. Wer sie sich umschnallt erlebt durch eingebaute Elektroden die Krämpfe im Unterbauch, die während der Blutung plagen können und fragt sich vielleicht: „What does Menstruation mean, biologically, culturally and historically, to humans? Who might choose to have it, and how might they have it?“
Barrierefreiheit
December 8th, 2010 • Academia, gp, Hamburg, Körper • No comments
Die AG Queer Studies beschäftigt sich seit längerem in der Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ mit den Schnittpunkten von Queer und Disability Studies. Im vergangenen Januar wurde beispielsweise gemeinsam mit dem Zentrum für Disability Studies, beispielsweise ein Workshop mit Robert McRuer (Vortragsmitschnitt) und Heike Raab zu diesem Thema veranstaltet. Da es für unsere Arbeit wichtig ist, Theorie und Praxis nicht als getrennte, widersprüchliche Sphären zu denken – wir gehen vielmehr von einer Praxis der Theorieproduktion aus –, sind die Themen Barrierefreiheit und Zugänglichkeit zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei geht es nicht nur um rollstuhlgerechte Gebäude, sondern zum Beispiel auch darum, wie auch von Hörbehinderung betroffene und kulturell gehörlose Menschen an universitären Veranstaltungen teilnehmen können.
Gemeinsam mit dem Zentrum für Disability Studies und iDeas haben wir nun eine Initiative gestartet, damit die Veranstaltungen des Allgemeinen Vorlesungswesens, also u.a. unsere Vorlesungsreihe, barrierefreier wird. Die Universität Hamburg soll Mittel bereitstellen, damit wir und andere Veranstalter_Innen Gebärdensprachdolmetscher_Innen und Schriftmittler_Innen einsetzen können. Bitte unterstützt unsere Petition hier und verbreitet den Aufruf weiter.
Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf, der auf http://www.ipetitions.com/petition/barrierefreiheitunihh/ unterstützt werden kann:
Sehr geehrter Präsident Prof. Dr. Lenzen,
das Allgemeine Vorlesungswesen an der Universität Hamburg hat mit öffentlichen Vortragsreihen seit seinem Bestehen dazu beigetragen, den BürgerInnen der Stadt Hamburg einen Einblick in Wissenschaft und Forschung zu verschaffen. Jedoch ist es einer ganzen Gruppe von Menschen zumeist verwehrt, den Vorträgen zu folgen, da sie schwerhörig, ertaubt oder gehörlos sind. Sie benötigen DometscherInnen für eine Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) und SchriftmittlerInnen, um die Vorträge verstehen zu können. (1) Selbst von Behinderung betroffene Studierende haben häufig Schwierigkeiten für diese Vorlesungen Unterstützung zu bekommen, da die Veranstaltungen keine Pflichtveranstaltungen im Sinne ihrer Studienordnung sind. Somit können viele Personen nicht von den Vorlesungsreihen profitieren und sich weiterbilden.
Die UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen, die auch von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet wurde, verpflichtet die Vertragsstaaten in Artikel 24, „dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner tertiärer Bildung, (…), Erwachsenenbildung und lebenslangem Lernen haben. Zu diesem Zweck stellen die Vertragsstaaten sicher, dass für Menschen mit Behinderungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden.“ (2)
Wir fordern Sie hiermit auf, grundsätzlich unabhängig von etwaigen individuellen Nachteilsausgleichen geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die den Zugang von behinderten Menschen zur Universität Hamburg sicher stellen und es insbesondere allen Menschen ermöglichen, an den Veranstaltungen des Allgemeinen Vorlesungswesens teilzunehmen. Hierzu gehört auch die bedarfsgerechte Finanzierung von entsprechenden Hilfen wie Dolmetschdiensten und SchriftmittlerInnen. Wir bitten Sie darum, lassen Sie den Empfehlungen „Eine Hochschule für Alle“ der Hochschulrektorenkonferenz Taten folgen, setzen Sie sich für die Barrierefreiheit ein, und erhöhen Sie damit die Attraktivität der Veranstaltungen des Allgemeinen Vorlesungswesens auch für behinderte Menschen.–
1 Welche Assistenzform benötigt wird, hängt vom jeweiligen kulturellen Hintergrund ab: Lautsprachlich sozialisierte von Hörbehinderung betroffene Menschen benötigen Schriftmittlung, kulturell gehörlose Menschen Dolmetschung in Deutscher Gebärdensprache.
2 http://www.netzwerk-artikel-3.de/attachments/093_schattenuebersetzung-endgs.pdf
Viele GrüßeEure AG Queer Studies
Intersektionalität – all inclusive?!
February 24th, 2010 • Academia, Feminismus, Hamburg, Körper, Queer, Rassismuskritik • No comments
Morgen früh beginnt an der Uni Hamburg eine Winterschool mit dem Titel „Intersektionalität als Kritik“, die ich zusammen mit vielen Kolleginnen organisiert habe. In vier Seminaren werden sich über 80 Teilnehmer_innen bis Sonntag mit intersektionalen Fragestellungen und Forschungsansätzen beschäftigen. Zum öffentlichen Teil der Veranstaltung gehören die Vorträgen der Dozent_innen am Donnerstag und Freitag Vormittag (10–13 Uhr im ESA W Raum 221) und eine Diskussionsveranstaltung mit Inputs am Samstag Abend. Von 19 bis 21 Uhr stellen wir uns der Frage „Intersektionalität — all inclusive?!“. Die Veranstaltung findet in der Edmund-Siemers-Allee 1 im westlichen/linken Flügelbau des Hauptgebäudes der Uni in Raum 221 statt und wird von Schriftmittler_innen begleitet. Das Flyer-PDF könnt ihr hier runterladen.
Workshop Queer meets Disability
December 9th, 2009 • Hamburg, Körper, Queer, Wissenschaft • No comments
Die AG Queer Studies und das Zentrum für Disability Studies an der Uni Hamburg veranstalten am 4. Januar 2010 einen Workshop mit Robert McRuer (Washington) und Heike Raab (Innsbruck), der die aktuellen Entwicklungsstände und die gegenwärtig geführten Debatten der Queer Disability Studies einerseits aus us-amerikanischer Perspektive und andererseits für den deutschsprachigen Raum aufzeigen. Ein Anliegen ist es, die jeweils unterschiedlichen Diskussionsstände darzulegen und neue Anregungen und Impulse für die deutschsprachigen (Queer) Disability Studies zu erhalten. Weitere Informationen im Blog der AG Queer Studies.
Vogue Evolution
August 31st, 2009 • Körper, Medien, Queer • No comments
Vogue Evolution! Hintergründe und mehr auf feministing.
Die AG Queer Studies bloggt
May 12th, 2009 • Academia, Feminismus, Hamburg, Körper, Queer, Rassismuskritik • No comments
Die AG Queer Studies, Organisator_in der Vortragsreihe Jenseits der Geschlechtergrenzen und Herausgeber_in des gerade erschienen Sammelbandes Verqueerte Verhältnisse hat jetzt unter agqueerstudies.de ein eigenes Blog. Dort werden wir über unsere Veranstaltungen und Projekte informieren und demnächst die Vorträge der Ringvorlesung als Podcast zur Verfügung stellen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal ganz besonders auf den Vortrag an diesem Mittwoch hinweisen, den die AG Queer Studies in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) der Uni Hamburg veranstaltet. Christiane Hutson, Lehrbeauftragte in den Gender Studies an der HU und in den Erziehungswissenschaften an der Uni Bielefeld, spricht über die Intersektionen von Rassismus, Hetero/Sexismus und Ableism: Unverschämt. Wir im Spannungsfeld von Rassismus, Hetero/Sexismus und Ableism.
Intersexualität Thema in der Hamburger Bürgerschaft
April 29th, 2009 • Hamburg, Körper, Politik, Queer • No comments
In der taz nord berichtet Eiken Bruhn, dass in der Hamburger Bürgerschaft heute über die medizinische Behandlung intersexueller Menschen diskutiert wird:
Damit will erstmals ein Landesparlament den „politischen Handlungsbedarf bei der Regelung für ärztliche Behandlungen von Hermaphroditen“ ausloten — so der Titel der heutigen Anhörung des Gesundheitsausschusses.
Initiiert haben die Expertenbefragung die Fraktionen von SPD und Linkspartei, die im vergangenen halben Jahr mehrere Anfragen an die Landesregierung zum Thema Intersexualität — früher waren die Begriffe „Zwitter“ und „Hermaphroditen“ gebräuchlich — gestellt hatten. Zwar sei der Handlungsspielraum gering, räumte gestern die SPD-Gesundheitspolitikerin Anja Domres ein, da sie Ärzten keine Vorschriften machen könnten. Sie hoffe aber, „eine breite Diskussion“ anzustoßen. (weiter zum Text)
Und was sind jetzt eigentlich „Frauen“?
April 9th, 2009 • Feminismus, Körper • 1 comment
In den letzten Tagen habe ich viel über Frauen geschrieben. Dabei weiß ich gar nicht so genau, was eigentlich sein soll. Glücklichweise bin bei schuehsch über ein hilfreiches Video gestolpert:
Jenseits der Geschlechtergrenzen im Sommersemester 2009
March 30th, 2009 • Academia, Familie, Feminismus, Hamburg, Körper, Queer, Rassismuskritik, Wissenschaft • 4 comments
In der nächsten Woche, genauer gesagt am 8. April, beginnt an der Universität Hamburg wieder die Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“, die von der AG Queer Studies organisiert wird.
Unsere Vortragsreihe “Jenseits der Geschlechtergrenen” startet wie gewohnt mit einer Einführung der AG Queer Studies ins Sommersemester 2009. Am 14. April freuen wir uns auf Christian Klesse, einen alten Bekannten unserer Vortragsreihe, der über die “Schwierigkeiten in der Aushandlung nichtmonogamer Lebensweisen” sprechen wird. Mit feministisch-queeren Raumkonstruktionen am Bespiel des Ladyfests Wien beschäftigt sich Barbara Maldoner-Jäger in ihrem Vortrag am 20. Mai, und in der Woche darauf gibt uns Kerstin Palm einen Einblick in die evolutionstheoretische Schönheitsforschung, durch die „spezifische Schönheitsideale mit der Autorität der Natürlichkeit ausgestattet werden“.
Das Zusammendenken unterschiedlicher Formen des gesellschaftlichen Ein– und Ausschlusses bildet auch dieses Semester wieder einen Schwerpunkt in unserem Programm. Mit der intersektionalen Arbeit von LesMigras Berlin beschäftigt sich Lisa Thaler in ihrem Vortrag am 22. April, am 1. Juli spricht Olaf Stuve über „Identitätskritische Jungenarbeit aus intersektionaler Perspektive“ und den Semesterabschluss bildet Martina Tißberger mit ihrem Vortrag „Dark Continents. Psychoanalyse, Gender und Whiteness“ am 15. Juli. Wir freuen uns außerdem besonders, in diesem Semester zwei Vorträge aus dem Themenbereich Disability Studies im Programm zu haben. In Kooperation mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) wird Christiane Hutson am 13. Mai einen Vortrag mit dem Titel „Unverschämt – Was Rassismus, Heterosexismus und Ableismus mit uns machen“ halten, und am 17. Juni spricht Swantje Köbsell über „Behinderung und Geschlecht“. Wie in jedem Semester decken die verschiedenen Vorträge ein interdisziplinäres Spektrum an Themen ab und verdeutlichen queerende Forschungspraxen und Perspektive auf Geschlecht und Sexualität. Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen findet ihr im Programmheft und nach dem Klick!
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Achtlinge
February 12th, 2009 • Feminismus, Körper • 2 comments
Die Kalifornierin Nadya Suleman hat mit Hilfe künstlicher Befruchtung Achtlinge zur Welt gebracht. Sechs Kinder hatte sie schon. Die jetzt 14-fache Mutter ist unverheiratet, ohne Job und befindet sich im Privatkonkurs. Ihre Mutter gibt zu Protokoll: „The truth is, Nadya’s not capable of raising 14 children.“
Die Sensationsgeburt hatte in den USA zunächst Begeisterung ausgelöst. Als jedoch bekannt wurde, dass die allein stehende Mutter bereits sechs kleine Kinder hatte, schlug der Jubel in Empörung um. (dieStandard)
In geregelten Verhältnissen, also mit Ehemann und ausreichender finanzieller Ausstattung, wäre die Geburt der Achtlinge als wunderbare Erfolgsgeschichte der modernen Medizin gefeiert worden. In Nadya Sulemans Fall ist die Empörung groß und die Medien stürzen sich auf die Geschichte. Frau Suleman, die übrigens Angelina Jolie nicht unähnlich sieht, wird als eine von Kindern besessene und verantwortungslose Person dargestellt, und ihren Ärzten wird vorgeworfen, die Behandlung durchgezogen zu haben.
Das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper ist ein zentraler feministischer Wert. Dieses Recht wird immer wieder im Namen von Moral, Nation, „Rasse“ oder Gesellschaft eingeschränkt. Abtreibungsverbote, Zwangssterilisierungen und der Ausschluss von nicht-heterosexuell lebenden oder alleinstehender Frauen von Reproduktionstechnolgien sind die Folge. In den USA wird diskutiert, ob Apotheker das Recht haben, aus Glaubensgründen keine Verhütungsmittel und die Pille danach verkaufen zu müssen. In kleineren Gemeinden könnte das zur Folge haben, dass diese Produkte vor Ort nicht mehr zugänglich sind. Vor diesem Hintergrund wundert es mich zunächst nicht, dass Feministinnen sich auf die Seite Nadya Sulemans schlagen:
I’ve been on the side of Nadya Suleman ever since the story broke that the octoplet-baring woman was single, jobless, and already had 6 kids to take care of. Yes, it is irresponsible for her to have so many children that she can’t provide for. Yes, it may have been irresponsible of the Fertility Doc to implant 6 embryos. But I don’t like the idea of a fertility doctor making decisions about how many babies a woman should have — no matter what her circumstances. (Bust Blog)
Ich finde diese Position zwar nachvollziehbar, aber gleichzeitig stört mich der Hyper-Individualismus. Während die Entscheidung über den eigenen Körper letztlich Sache des Individuums ist, stelle ich es mir merkwürdig vor, wenn Ärzte und Ärztinnen vor einem individuellen Recht auf Privatheit und eigene Entscheidungen nichts mehr sagen können, was über die medizinischen Aspekte hinausgehen könnte. Das dazugehörige Konzept von Gesellschaft als Ansammlung autonomer Subjekte, deren Verbindungen vor allem aus ökonomischen Tauschbeziehungen bestehen, behagt mir nicht.
Update: Auf dem Bitch Magazine Blog wurde ein Artikel gepostet, der einige wichtige Fragen nach dem Zusammenhang von Klasse und Kinderkriegen aufwirft.




