Hach, Du bist so unbeschreiblich männlich!

Nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream hat Männlichkeit ungebrochen Konjunktur, sondern scheinbar selbstverständlich auch zunehmend in den Communitys von Lesben, Schwulen, Trans-Menschen und anderen Queers: Schwule orientieren sich an Idealen heterosexueller Männlichkeit, sei es der Sportler, der Skinhead oder der Cowboy aus Brokeback Mountain. Drag Kings zelebrieren ihrerseits Inszenierungen von Männlichkeit auf den Bühnen queerer Subkulturen. Gleichzeitig schreiben heterosexuelle Frauen schwule Pornos, während die Figur des Metrosexuellen, die Werbeplakate und Fernsehshows des westlichen Mainstreams bevölkert, Elemente schwuler Kultur aufgreift. Wie ist die Allgegenwart dieses Männlichkeitshypes zu erklären? Erleben wir etwa das Ende der vielbeschworenen «Krise der Männlichkeit»? Aber welche Männlichkeit ist überhaupt in der Krise?

Der gerade bei Männerscharmskript erschienene Sammelband „Unbeschreiblich Männlich. Heteronormativitätskritische Perspektiven“, Herausgegeben von Robin Bauer, Josch Hoenes und Volker Woltersdorff (Hg.), wird am Freitag bei einer Veranstaltung in der T-Stube, Allende-Platz 1, in der Uni Hamburg präsentiert und gefeiert. Die oben angerissenen Fragen werden vielleicht auch bei der Podiumsdiskussion mit den Herausgebern besprochen. Das absolute Highlight wird aber der Auftritt der polyphonen Knabenchorschwuchteln sein, die mit ihrem Programm „Parole Stößchen“ für Männlichkeiten schwärmen. Es geht los um 20 Uhr. Die Veranstaltung wird übrigens co-organisiert vom LesBISchwulTranSM — polymorph-perversen Referat der Uni Hamburg.

Fragt sich nur, wohin gehen am Freitag. Im exilierten Hafenklang spielen ja auch die Kids On TV und danach legt Elli Pirelli auf. Und im Übel Und Gefährlich ist später am Abend noch polysexuelle Indie-Bespassung bei Misshapes. Ich sag mal: Die Entscheidung fällt spätestens am Freitag.



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