Soziale Ungleichheit und Netzneutralität

The Internet provides our communities with a medium to access services, find jobs, connect to friends, make inexpensive international phone calls to family members, and to advocate for social change. Many of the most valuable things we do online are noncommercial; they exist because the Internet is the first mass media system with no gatekeepers to dole out privilege to the highest bidder. That freedom and openness is what makes the Internet different from broadcasting and cable. We can’t allow Comcast, AT&T, Verizon and other broadband providers to deliver substandard Internet service to our communities.

Spannend: Netzpolitische Kommentare werden ja meistens aus einer scheinbar neutralen, universellen Perspektive verfasst, die wenig situiert ist. Im Gegensatz dazu diskutieren Malkia Cyril, Chris Rabb und Joseph Torres das wichtige Theme der Netzneutralität in ihrem Artikel The Internet Must Not Become a Segregated Online Community aus einer dezidiert verorteten Perspektive (via feministing). Welche Auswirkungen hat es für den Alltag und die politische Organisierung von nicht-weißen, nicht-mittelständischen Leuten, wenn Telekommunikationsunternehmen zu Gatekeepern werden und beispielsweise preiswerten Zugang zum Internet auf wenige, ausgewählte und zahlungskräftige kommerzielle Websites beschränken können? Im Zusammenhang mit Netzneutralität ist es neben einem grundsätzlichen Einfordern von freiem Internet also wichtig zu fragen, was die Konsequenzen von Beschränkungen sind: Welche Anbieter können es sich leisten, sich in die Angebotspalette von Providern einzukaufen und welche nicht? Auf welchen Kundenkreis wären die Angebote zugeschnitten, und wer kommt dabei nicht vor? Und schließlich: Wer kann sich einen ungefilterten Zugang zum Netz dann noch leisten, und wer nicht? Ein Verzicht auf Netzneutralität bedeutet, dass gesellschaftliche Machtverhältnisse und soziale Ungleichheit eine noch stärke Auswirkung auf den Zugang zum Netz und die Frage, wer das Netz für seine Interessen nutzen kann, haben werden, als sie es im Zeitalter der digitale divide ohnehin schon tun.

2 comments

  1. l says:

    was ich sagen will, ist: das ist immer schon ein thema. schon mit schramms arbeit: Mass media and national development, 1964 (herausgegeben von der UNESCO, wo die stimmenmehrheit nach der dekolonisierung ganz klar bei den “blockfreien” armen ländern lag – daher sind die USA später, nach dem MacBride-report ausgestiegen).
    daher heute ITU, und nicht mehr unesco. und dass nicht mehr die UNESCO, sondern die itu ort der auseinandersetzung ist (u.a.), zeigt eigentlich, wohin es geht: es wird nicht besser.

    wer kann es sich leisten? – NICHT die armen, NICHT die “entwicklungsländer”.

    wenn man sich das mal global anschaut, dann erkennt man, dass es eh nie so war, dass die “entwicklungsländer” hätten partizipieren können …

    und auch national – in bezug auf den gender divide, disability divide, social divide etc – kann man feststellen, dass der zugang alleine noch nicht viel heißt. denn man benötigt auch kompetenzen, um kommunizieren zu können (und nicht reiner “empfänger” zu sein). man muss sich schon etwas auskennen, um zum “sender” zu werden, was ja das eigentlich interessante im netz ist: second level digital divide.

    http://www.webuse.org/

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